Neurofeedback bei ADHS
Unterstützende Begleitung bei Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität und innerer Unruhe — für Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene.
ADHS besser verstehen
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) geht häufig mit Schwierigkeiten in der Selbstregulation einher. Betroffene erleben Symptome vor allem in drei Bereichen:
- Unaufmerksamkeit: Konzentrationsschwierigkeiten, leichte Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit
- Hyperaktivität: Innere Unruhe, Bewegungsdrang, ständiges Aktiv-Sein
- Impulsivität: Schnelles Reagieren, geringe Frustrationstoleranz, emotionale Überreaktionen
Wie kann Neurofeedback bei ADHS unterstützen?
ILF-Neurofeedback zielt auf die grundlegende Selbstregulation des Nervensystems. Im Verlauf von 20 bis 40 Sitzungen können sich Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Alltagssteuerung verbessern. Wie deutlich diese Veränderungen ausfallen, ist individuell verschieden.
Das Besondere: Das Gehirn erhält unmittelbare Rückmeldung über seine Aktivität und lernt schrittweise, stabilere Regulationsmuster aufzubauen. Neurofeedback ist damit ein Training — keine passive Maßnahme.
Die deutsche S3-Leitlinie ADHS (2024) führt Neurofeedback als ergänzende, evidenzbasierte Behandlungsoption mit Empfehlungsgrad B.
Neurofeedback und Medikamente
Neurofeedback ist kein Ersatz für ärztlich verordnete Medikamente, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Manche Familien kombinieren beides, um den Alltag umfassender zu unterstützen.
Über Medikamente entscheidet immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Ich verschreibe keine Medikamente und setze keine Medikation ab.
Was für Kinder und Familien hilfreich sein kann
- Nicht-invasiv: Das Training erfolgt ohne Stromabgabe an den Körper
- Alltagsnah: Ziele wie Konzentration, Ruhe und Selbststeuerung stehen im Vordergrund
- Kindgerecht: Spielerische Gestaltung mit altersgerechten Videos und Feedback
- Hausbesuche möglich: Auf Wunsch in gewohnter Umgebung
- Individuell angepasst: Frequenz und Platzierungen werden fortlaufend abgestimmt
- Verlauf im Blick: Systematisches Symptome-Tracking dokumentiert Veränderungen
Studien & Einordnung
Fuchs et al. (2003)
In dieser Studie zeigte Neurofeedback bei Kindern mit ADHS vergleichbare Verbesserungen wie Methylphenidat.
Van Doren et al. (2018)
Die Meta-Analyse weist auf anhaltende Effekte von Neurofeedback nach Therapieende hin.
Gani et al. (2008)
Untersucht wurden längerfristige Veränderungen nach Neurofeedback über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter ist Neurofeedback geeignet?
In der Regel ist Neurofeedback für Kinder ab etwa 6 Jahren gut geeignet. Die Sitzungen werden kindgerecht gestaltet, mit angepasster Dauer und ruhiger Begleitung. Bei Minderjährigen ist die Anwesenheit eines Erziehungsberechtigten vorgesehen.
Muss mein Kind Medikamente absetzen?
Nein. Neurofeedback kann begleitend zu einer bestehenden Medikation stattfinden. Änderungen an Medikamenten gehören ausschließlich in die Hände der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.
Wie viele Sitzungen sind meist sinnvoll?
Bei ADHS sind häufig 20 bis 40 Sitzungen sinnvoll, meist ein- bis zweimal pro Woche. Erste Veränderungen zeigen sich manchmal schon früher, der Verlauf ist jedoch individuell.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Neurofeedback in der Regel nicht. Bei privaten Kassen oder Beihilfe hängt eine mögliche Erstattung vom jeweiligen Tarif ab. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Preise.
Erstgespräch für Sie oder Ihr Kind
Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir in Ruhe, ob Neurofeedback für Ihre Situation passend sein kann.
